
Es ist an der Zeit, dass wir ehrlich über ein Thema sprechen, das unzähligen Hundehaltern den Schweiß auf die Stirn treibt: Alle Hunde jagen. Punkt.
Vielleicht hast du in meinem ersten Artikel gelesen, dass nachhaltige Veränderung niemals dort entsteht, wo wir Verhalten einfach nur unterdrücken. Und genau beim Thema Jagdtrieb zeigt sich das besonders deutlich. Wir versuchen im Alltag oft verzweifelt, das zu verbieten, was ein zutiefst natürlicher Teil unserer Hunde ist. Wir schimpfen, wir begrenzen, wir verteilen Etiketten.
Doch die Wahrheit ist: Jagen ist kein Fehlverhalten. Jagen ist ein Ur-Bedürfnis.
Jeder Hund trägt die genetische Jagdsequenz in sich, je nach Rasse und Individuum mal mehr, mal weniger stark ausgeprägt:
Suchen & Orten
Fixieren & Anschleichen
Hetzen & Packen
Töten
Nicht jeder Hund zeigt das volle Programm. Aber der Impuls ist da. Und genau deshalb scheitern reine Verbote so oft. Genau deshalb beginnt für mich hier kein Training gegen das Jagen, sondern ein Training für die Bedürfnisse deines Hundes.
Heute gibt es dafür viele moderne Begriffe: Antijagdtraining, Jagdersatztraining oder bedürfnisorientiertes Training. Für mich persönlich verbergen sich dahinter vor allem drei Dinge: Beziehung, Verbindung und echtes Verstehen.
Ein Beispiel: Wenn ich mit dem Dummy arbeite, ist das für mich kein reines Beschäftigungstool und kein seelenloser Trainingsgegenstand.
Der Dummy ist mein Gespräch mit dem Hund. Er ist meine Einladung. Mein Signal, das sagt: „Ich sehe dich und deine Bedürfnisse."
Wenn mein Hund den Dummy trägt, bringt er mir nicht einfach nur eine Plastikattrappe. Er trägt unser gegenseitiges Vertrauen, unsere Kooperation und unsere gemeinsame Freude. Er lebt sein tiefstes Bedürfnis, aber er lebt es mit mir gemeinsam. Und genau das verändert auf einen Schlag die gesamte Dynamik eures Alltags.
Schluss mit dem permanenten, frustrierten „Nein!". Schluss mit dem anstrengenden Kampf an der Schleppleine. Stattdessen schaffst du einen Raum, in dem dein Hund:
fragen darf, statt einfach blind durchzubrennen
sich zeigen darf, mit all seiner Energie und Passion
lernen darf, sich selbst zu regulieren, weil er dir vertraut
Wie viel schöner klingt ein Alltag, in dem dein Hund im Wald kurz innehält, dich anschaut und signalisiert: „Da vorne ist etwas wahnsinnig Spannendes… und ich nehme dich mit!" Und du antwortest: „Ich bin da. Lass es uns gemeinsam erleben."
Jagdersatztraining ist für mich keine starre Methode. Es ist eine innere Haltung. Es ist der Mut, aufzuhören, gegen das Wesen unserer Hunde zu arbeiten, und stattdessen anzufangen, mit ihm zu gehen.
Die Dummyarbeit ist meine absolute Passion. Sie ist mein Weg, Hunden ein Leben zu ermöglichen, das sich für sie artgerecht, ehrlich und absolut richtig anfühlt. Lebendig und bedürfnisorientiert, genau so, wie wir Menschen im Grunde unseres Herzens ja auch leben möchten.
Ich wünsche dir von Herzen eine Zeit voller echter Verbindung, magischer kleiner Momente und dem Mut, deinen Hund noch einmal ganz neu und unverfälscht zu sehen.
Spürst du, dass es auch für euch an der Zeit ist, den Weg vom bloßen Funktionieren hin zu echter Verbindung zu gehen?
Lass uns nicht länger gegen die Natur deines Hundes arbeiten, sondern gemeinsam an eurer Beziehung feilen. Ich lade dich herzlich ein: Lass uns bei einem persönlichen Kennenlerngespräch ganz unverbindlich hinschauen, wo ihr gerade steht und wie wir wieder mehr Leichtigkeit in euren Alltag bringen können.
Ich freue mich darauf, dich und deinen Hund kennenzulernen!
Deine Alexandra
PfotenGlück
ÜBER MICH
Ich bin Alex — Hundetrainerin, Hunde-Mensch-Mentorin und Gründerin der GlückBringer Hundeschule sowie von PfotenGlück. Ich begleite Mensch-Hund-Teams dabei, mehr Ruhe, Klarheit und echte Verbindung in ihren Alltag zu bringen. Ohne Druck. Ohne harte Methoden. Sondern individuell, empathisch und alltagsnah.